Kindernotfallbetreuung für mehr Mitarbeiterzufriedenheit

Die Notfall“mama“ kommt in zwei Stunden - Die Lebenshilfe Ostholstein e.V. und der Deutschen Kinderschutzbund, Kreisverband Ostholstein e.V. koordinieren den qualifizierten Einsatz von Helferinnen, wenn Kinder plötzlich krank werden.

Ein entscheidender Termin steht an, ein wichtiges Meeting oder ein Treffen mit dem neuen Kunden – und das Kind hat immer noch Fieber. „Das ist für viele Eltern der Super­GAU“, sagt Susanne Voß, Lebenshilfe Ostholstein, Gesellschafterin der gemeinnützigen Gesellschaft „Familie und Beruf Ostholstein“. Keine Großmutter oder ­vater vor Ort, der Mann auf Dienstreise und die viereinhalbjährige Tochter noch nicht wieder gesund. Und nun?

Es gibt berufliche Termine, die nur ganz schlecht verschoben werden können. Und manchmal brauchen Mütter und Väter, die wochenlang ein bettlägriges Kind betreuen, auch einfach einmal eine Auszeit. Doch als Ersatz für die Regelbetreuung soll die Notfallbetreuung nicht dienen. „Wir sind nur dann im Einsatz, wenn Kinder nicht in die Kita können, weil sie zum Beispiel noch fiebrig sind.“

Wenn ein Kind, die meisten sind zwischen einem und zwölf
Jahre alt, sehr krank ist, „werden wir gar nicht erst gerufen“,
sagt Nadine Müller, eine der Koordinationskräfte der Lebenshilfe. Dann bleibt in der Regel ein Elternteil zuhause. Die überwiegenden Gründe für die Inanspruchnahme der Kindernotfallbetreuung sind Erkältung, Fieber und Magenschmerzen oder die Notwendigkeit, dass Betreuung außerhalb der Zeiten von Kita und Schule benötigt wird.

Die Betreuung kranker Kinder ist trotz flexibler Arbeitszeiten und vorhandener Betreuungsmöglichkeiten wie Krippen und Kindertagesstätten eine Belastung für Mitarbeiter und Unternehmen. Wenn Firmen jedoch mit professionellen Helfern in der Not zusammen arbeiten, profitieren Arbeitgeber wie -nehmer. Wer als Arbeitgeber familienfreundliche Angebote schafft, punktet nicht nur bei den Arbeitnehmern, sondern sichert sich damit seine Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt ein Mehrwert im Unternehmen, sowohl durch die Entlastung für betroffene Arbeitnehmer als auch für die Kolleginnen und Kollegen.

Die Betreuung des Kindes erfolgt in der Regel zu Hause, in einer für das Kind gewohnten Umgebung. „Natürlich habe wir uns anfangs gefragt: Geht das überhaupt? Eine fremde Frau beim kranken Kind?“ Doch schnell war klar, dass Kinder unkomplizierter sind, als Eltern es oft annehmen. Solange sie im eigenen Zuhause sind. „Wenn sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, freuen sich die Kinder über jemanden, der sich ihnen ausschließlich widmet und sich zu 100 % einlässt.“ Jede Ersatzmama bringt einen eigenen Rucksack voller Spiel- und Malsachen mit.

Aktuell werden 12 Notfallbetreuerinnen und Tagespflegekräfte von den vier regionalen Familienzentren im Kreisgebiet eingesetzt, koordiniert von der Lebenshilfe Ostholstein und dem Deutschen Kinderschutzbund, Kreisverband Ostholstein e.V. über eine zentrale Telefonnummer. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber eine entsprechende Nutzungsvereinbarung abgeschlossen hat, damit Eltern auf den Betreuungsservice an sieben Tage pro Woche von 6:00 -19:00 Uhr zurückgreifen können. Das Angebot gilt auch an den Wochenenden, da kleinere Handwerksbetriebe und Arbeitsplätze im Tourismus charakteristisch für Ostholstein sind.

Kosten für die Eltern entstehen nicht, diese trägt ihr Arbeitgeber mit einem pauschalen Jahresbeitrag.

Interessierte Unternehmen, aber auch Personen, die als Familienhelfer oder -helferin tätig sein möchten, können sich melden bei:

Familie und Beruf Ostholstein gGmbH
Wiebke Schiebold (Projektleiterin)
Am Rosengarten 3, 23701 Eutin

Mobil 0160/8836894
E-mail: info@ fub-oh.de
Internet: www.fub-oh.de

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