Fiete bei der Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg


Wir waren im Rahmen des FIETE-Projekts (Freizeit = Inklusion, Engagement und Teilhabe erleben) der Lebenshilfe Ostholstein am Samstag den 18.08.2018 in Hamburg unterwegs und haben die Rollstuhlbasketball-WM besucht. Vom 16. bis 26. August treten dort Spielerinnen und Spieler aus der ganzen Welt in spektakulären Begegnungen gegen einander an. Um 14:00 Uhr an diesem Tag haben die deutschen Frauen gegen die französische Mannschaft gespielt und -zu unserer Freude- mit 58:33 gewonnen.

Rollstuhlbasketball wird bei Menschen mit und ohne Behinderung immer beliebter. Um die Teams fair zu halten, gibt es ein Punktesystem, in das jede*r Spieler*in eingeordnet wird. Je geringer die Beeinträchtigung, desto höher die Punktzahl. Ein Team (fünf Spieler*innen) darf am Ende die Maximalpunktzahl von 14 Punkten nicht überschreiten. Ansonsten funktioniert das meiste genauso wie beim Basketball ohne Rollstuhl, auch die Körbe hängen genauso hoch.

Das WM-Gelände ist rund um die Sportarena im Wilhelmsburger Inselpark aufgebaut und mit der S-Bahn nur ca. acht Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Von da aus sind es dann nur noch etwa drei Minuten Fußweg und schon ist man mittendrin im zweitgrößten Ereignis im Behindertensport nach den Paralympics. Wir konnten kostenfrei so viele Spiele ansehen, wie wir wollten und auch für die Angebote rund um das Event muss man nicht bezahlen.

Und hier gibt es einiges zu entdecken. Zum Beispiel ein „Handicap-Kletterturm“, den auch Menschen mit einer Gehbehinderung mit Hilfe von speziellen Seilzügen mit Sitz erklimmen können. Auf der Bühne direkt daneben treten verschiedene Gruppen auf, darunter auch eine Band, deren Lieder in Gebärdensprache übersetzt wurden.

Ein Highlight ist das große Zelt, in dem man selber verschiedene inklusive Sportarten ausprobieren kann. Die Schlange ist lang, um selber einmal in einem Sportrollstuhl zu sitzen und zu versuchen, einen Korb zu werfen.

Man kann bei diesem Event also viel mehr machen als einfach nur zuschauen und das kommt bei den Besucher*innen sehr gut an. „Es ist cool, dass man das auch alles selber ausprobieren kann“, findet der 12-jährige Malte.

Dass es hier neben dem sportlichen Großereignis auch um Inklusion und Barrierefreiheit geht, wird schon beim Betreten des Veranstaltungsgeländes deutlich. Überall sind Helfer*innen zu finden. Menschen mit und ohne Behinderung stehen den Besucher*innen bei Problemen oder Fragen zur Seite und auf der sogenannten Plaza gibt es verschiedene Informationsangebote zum Thema Inklusion. Aufgefallen sind uns auch die beiden extra Tribünen für Rollstuhlfahrer*innen, die alle auch alleine erreichen können, um sich die Spiele anzuschauen.

Bei allen spannenden Angeboten auf dem Gelände hat uns das Können der professionellen Spieler*innen besonders beeindruckt. Mit den anderen Zuschauer*innen staunten wir über die Geschicklichkeit und Kraft aber auch darüber, wie die Rollstühle immer wieder in einander krachen ohne dass die Spieler*innen sich davon aus dem Konzept bringen lassen. Insgesamt war es ein sehr gelungener Tag für uns in Hamburg und die Veranstaltung hat uns sehr gefallen. Menschen mit und ohne Behinderung haben hier die Gelegenheit mit einander in Kontakt zu kommen und ein wirklich großartiges Sportevent live mit zu erleben.        

Lara und Gloria